Evaluation zu Konzeption und Entwicklungsverlauf der VHS Projekte "Grundbildung" und "Pflichtschulabschluss nachholen" in Kärnten (2014-2015)

01.08.2014 00:00

Evaluation zu Konzeption und Entwicklungsverlauf der VHS Projekte "Grundbildung" und "Pflichtschulabschluss nachholen" in Kärnten (2014 lfd.)

Gemäß der Adult Skill Survey der OECD (2013) sind ca. 17 Prozent der erwerbstätigen österreichischen Bevölkerung im Alter zwischen 15 und 65 Jahren von funktionalem Analphabetismus betroffen. Das bedeutet, dass sie einzelne Sätze zwar lesen und schreiben können aber schon an kürzeren zusammenhängenden Texten scheitern. Außerdem verlassen österreichweit jährlich rund 5.000 Jugendliche das Bildungssystem ohne positiven Pflichtschulabschluss. Die Zahl der Menschen ohne Hauptschulabschluss liegt Schätzungen zu Folge in Österreich bei ca. 280.000. Diese Menschen sind aufgrund ihrer mangelnden Grundbildung bzw. ihres geringen Qualifizierungsniveaus massiv gefährdet, in eine beschleunigte Abwärtsspirale aus Arbeitslosigkeit, Armut und gesundheitlichen Problemen zu geraten. Aufgrund der individuellen wie auch der gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Auswirkungen von Analphabetismus und Bildungsarmut in der Bevölkerung (vgl. z.B. Howard, Gazmararian and Parker, 2005; Groot und Maassen van den Brink, 2006; Wößmann und Piopiunik, 2009; Klinglmair, 2013) sind Maßnahmen zur Alphabetisierung und Qualifikation im Bereich von Schulabschlüssen wichtig und zweckmäßig. Seit 2001 greifen die an den Kärntner Volkshochschulen regelmäßig durchgeführten Projekte "Grundbildung - Lesen, Schreiben, Rechnen und PC für Erwachsene" sowie "Pflichtschulabschluss nachholen" diese Problematik auf. Das vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (bm:ukk) und vom Land Kärnten geförderte Projekt "Grundbildung" setzt an den Defiziten der ca. 63.000 betroffenen Kärntnerinnen beim Lesen, Schreiben, Rechnen und im Umgang mit dem PC an. Den knapp 12.000 KärtnerInnen ohne Pflichtschulabschluss werden mit den Lehrgängen zum Nachholen diese Schulabschlusses, die seit Herbst 2012 vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (bm:ukk) und vom Land Kärnten sowie von der Initiative Erwachsenenbildung unterstützt werden, entsprechende Möglichkeiten angeboten.
Im Laufe der letzten 13 Jahre haben sich unter anderem die Rahmenbedingungen für die Durchführung der beiden Projekte (unterschiedliche Fördergeber, unterschiedliche Zielsetzungen der Projekte, etc.), inhaltliche Schwerpunkte, etc. verändert. Ziel der Evaluation ist es, anhand empirischen Datenmaterials (Leitfaden-Interviews mit TrainerInnen, Audits mit ProjektkoordinatorInnen und Initiatoren des Projekts) die Konzeption und den Entwicklungsverlauf der beiden Projekte seit ihrem Beginn, die Verknüpfung von Grundbildung und Nachholen des Pflichtschulabschluss sowie den Ausblick für die weiteren Entwicklungen
zusammenzufassen.