Wissenschaftliche Untersuchung zu den Effekten der Novellierung des Kärntner Jugendschutzgesetzes (2015 lfd.)

05.02.2015 14:26

Im Dezember 2012 hat die Kärntner Landesregierung eine Novelle zum Kärntner Jugendschutzgesetz beschlossen, die eine Liberalisierung der Ausgehzeiten bei gleichzeitig restriktiveren Bestimmungen beim Konsum von Alkohol beinhaltete.Die Lockerung der Bestimmungen im Kärntner Jugendschutzgesetz in Bezug auf die Ausgehzeiten hat – vermutlich auch unterstützt durch die mediale Darstellung der Gesetzesänderung – bei vielen Eltern Sorgen und Ängste ausgelöst. Diesbezüglich kommt Eltern bzw. Erziehungsberechtigten eine zentrale Rolle zu, wenn es darum geht, ihren Kindern eine Orientierungshilfe zu sein. Das beinhaltet eine klare und kritische Haltung gegenüber Alkoholkonsum zu haben ebenso wie das Abstecken eines klaren Rahmens, z.B. durch die Vereinbarung von individuellen Ausgehzeiten, die den gesetzlichen Rahmen nicht unbedingt voll ausschöpfen müssen. Hier eindeutiges empirisches Datenmaterial zu erhalten, das Rückschlüsse auf die Effekte und Veränderungen durch diese Novellierung des Kärntner Jugendschutzgesetztes zulässt und das eine evidenzbasierte Politik (Pawson, 2006; Rütten und Gelius, 2012) unterstützt, ist Aufgabe der Evaluation.

Konkret werden über einen Zeitraum von jeweils 2 Jahren vor und nach Inkrafttreten der Novellierung anonymisierte, personenbezogene Daten aus den Jugendschutz-Strafakten sowie die Daten der Kriminalitätsberichte des BMI für Kärnten quantitativ ausgewertet. Ergänzend zu den objektiven Daten werden subjektive Einschätzungen von Auskunftspersonen sowie von Jugendlichen, Eltern und Wirten bzw. Veranstaltern zur Situation vor (retrospektiv) und nach dem Inkrafttreten des novellierten Kärntner Jugendschutzgesetzes im Rahmen von leitfadengestützten Telefoninterviews und Fragebogenerhebungen erfasst.